Es gibt Rezepte, die nichts weiter brauchen als gute Zutaten und ein wenig Geduld: Dieses gehört dazu. Vier Zutaten, fünf, wenn man das optionale Süßungsmittel mitzählt, und ein Teig, der sich zwischen zwei Bögen Backpapier mit dem Nudelholz ausrollen lässt. Das Ergebnis ist ein weiches Brot, zarter als ein Cracker, aber weniger fest als ein klassisches Körnerbrot — genau richtig für ein offenes Butterbrot. Über Nacht eingeweichtes Hafervollkorn bildet die Basis; gemahlener Leinsamen bindet und gibt Struktur. Salz reicht für die neutrale Version, aber der Teig verträgt so ziemlich alles: Zwiebelpulver und getrocknete Petersilie für eine herzhafte Variante, mehr Süßungsmittel und etwas zerdrückte Banane für eine milde Variante, grob gemahlener Pfeffer für etwas Schärferes. Der Schritt, auf den man achten muss, ist die Dicke: Gehen Sie nicht unter 6 mm, sonst trocknet das Brot zu schnell und wird zum Cracker. Rechnen Sie mit vier Dörrgerät-Einschüben, zwei Stunden bei 48 °C, dann mindestens eine weitere Stunde, nachdem Sie die Bögen gewendet und das Papier entfernt haben. Das fertige Brot sollte fest sein, aber nicht hart.
Rohkost-Brot aus Hafer und Leinsamen
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Zutaten
- 4 Tassen Hafervollkorn, über Nacht eingeweicht
- 100 g gemahlener Leinsamen
- 1 Teelöffel Meersalz, oder nach Geschmack
- 3 Esslöffel schwarzer oder weißer Sesam, optional
- 250 ml Wasser, vermischt mit 3 Teelöffeln Dattelzucker, das Süßungsmittel bleibt optional
Zubereitung
- In der Küchenmaschine das eingeweichte Hafervollkorn und den gemahlenen Leinsamen pulsieren, bis eine grob gehackte Textur entsteht. Von Hand in kleinen Portionen arbeiten.
- In eine Schüssel umfüllen und Salz, die Sesamsamen falls gewünscht, den Dattelzucker und das Wasser hinzufügen.
- Mit dem Handmixer oder Löffel vermischen, bis Wasser und Samen gleichmäßig verteilt sind.
- Den Teig in vier Portionen teilen.
- Ein Viertel des Teigs in die Mitte eines großen Backpapierbogens legen, das Papier darüberklappen, mit der Hand flach drücken und dann mit dem Nudelholz ausrollen. Die Seiten des Papiers einklappen und weiter glätten, dabei nie unter 6 mm Dicke gehen.
- Die gewünschte Form mit einer Schere ausschneiden, das untere Papier dabei intakt lassen, dann zum Trocknen übergehen.
- Das Brot, samt unterem Papier, in das Dörrgerät legen und 2 Stunden bei 48 °C trocknen lassen.
- Nach 2 Stunden das Brot wenden und das Backpapier entfernen, dann mindestens 1 weitere Stunde fortsetzen. Das fertige Brot sollte fest, aber nicht hart sein; ist es noch zu weich, die Zeit verlängern.
Tipp
Für eine herzhafte Variante 2 Esslöffel Zwiebelpulver und getrocknete Petersilie zugeben, mit etwas grob gemahlenem Pfeffer. Für eine leicht süße Variante das Wasser um 60 ml reduzieren und 4 Esslöffel Dattelzucker oder zerdrückte Banane zugeben. Dieses Rezept ergibt eine schöne Menge Brot: Frieren Sie ein, was Sie in den kommenden Tagen nicht essen, und legen Sie es zum Auftauen erneut ins Dörrgerät.
FAQ: Ihre Fragen zu rohem Hafer und Leinsamen
Kann man Haferflocken essen, ohne sie zu kochen?
Ja, sofern man sie einweicht. Haferflocken werden bei der Herstellung bereits gedämpft, wodurch sie ohne weiteres Kochen verzehrfertig sind: Das ist das ganze Prinzip der Overnight Oats. Ganze Hafervollkörner hingegen brauchen ein richtiges Einweichen — mindestens über Nacht —, um weich und verdaulich zu werden, wie in diesem Rezept. In beiden Fällen verbessert das Einweichen zudem die Mineralstoffverfügbarkeit, indem es die Phytinsäure reduziert.
Welche Vorteile hat gemahlener Leinsamen?
Leinsamen ist eine der besten pflanzlichen Omega-3-Quellen, dazu kommen reichlich lösliche Ballaststoffe und Lignane. Gemahlen gibt er diese Stoffe frei, während das ganze Korn den Darm oft ungeöffnet passiert. Er spielt außerdem eine sehr konkrete Rolle in der Rohkostküche: mit Wasser vermischt, bildet er ein Gel, das als Bindemittel das Ei ersetzt, und genau das hält dieses Brot zusammen. Ein bis zwei Esslöffel pro Tag sind ein vernünftiger Richtwert.
Leinsamen gemahlen oder ganz?
Gemahlen, ohne Zweifel, sowohl für die Ernährung als auch für die Küche. Aber mit einem wichtigen Vorbehalt: Einmal gemahlen, oxidiert der Samen schnell, da seine empfindlichen Öle der Luft ausgesetzt sind. Am besten mahlt man ihn nach Bedarf in einer kleinen Kaffeemühle und bewahrt den Rest im Kühlschrank in einem verschlossenen Glas nur für wenige Wochen auf. Leinsamenmehl, das ranzig riecht, hat ausgedient.
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